6. Februar 2012

Neuer US-Stützpunkt Socotra in Reichweite zum Iran

Ein Bericht von Christoph Hörstel

Quelle: Es schlug ein wie eine Bombe: Die israelische Website Debkafile veröffentlichte in der vergangenen Woche einen Bericht über die jemenitische Touristeninsel Socotra, ein hübsches kleines Reiseziel von 3.800 Quadratkilometern Größe in Form einer Erdnuss, 300 Kilometer vor der jemenitischen Küste gelegen – und etwa 1000 km vom Iran entfernt. Die Story erschien bedrohlich: 100.000 USSoldaten sollten auf der neuen US-Basis Platz finden, dazu ein gut ausgebauter Luftwaffenstützpunkt.

Aus amerikanischer Sicht ist klar, was das soll: Jemen ist neue Drehscheibe im CIA-Zirkus um die amerikanische Sondereinheit mit dem übernationalen Spitznamen Al-Qaeda, es soll vor dem Persischen Golf einen weiteren Stützpunkt für den regionalen US-Aufmarsch geben, weil Bahrain im Golf innenpolitisch als nicht mehr sicher gilt und von jedem der 40.000 kleinen iranischen Torpedo- Schnellboote attackiert werden kann – von anderen Bedrohungen ganz zu schweigen.

Tatsächlich wird klar, dass ab Anfang März dieses Jahres drei amerikanische Flugzeugträgergruppen plus die französische Gruppe um den Träger Charles de Gaulle am Golf oder in der Nähe einsatzbereit sein werden, mehr als genug für einen intensiven Bombenkrieg.

Klar sein muss jedoch auch, dass der Iran mit seiner inzwischen formidablen Raketenwaffe die ganze Region bis nach Israel locker bestreichen kann, so dass die Verluste auch auf Socotra erheblich sein werden. Irans Analysten sehen deshalb keinen Anlass zu besonderer Beunruhigung. Vielmehr gibt es eine klare Entschlossenheit in Teheran, jedes Land, dass sich am Krieg gegen den Iran beteiligt, auch anzugreifen. Und jeder Experte für die Region ist sich bewusst, dass der Iran sehr fein dosieren kann und auch wird, wer dann was „abbekommt“. Saudi-Arabien könnte sich auch zur Zielscheibe machen, ist zu hören – und das wäre vermutlich das Ende dieser bizarren Monarchie von Gnaden der CIA. Denn die Bevölkerung wird, wie auch in anderen arabischen Monarchien, wenig Freude daran haben, für die unbeliebte amerikanische Hegemonie zu bluten.

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