Quelle: Henning
Hensch aus Lütjenburg hat viel nachgedacht in den letzten zwölf Jahren. Er ist
im Kosovo Teil einer Geschichte geworden, die ganz Deutschland bewegt hat. Eine
Geschichte, mit der ganz Deutschland belogen worden ist - sagt er. Henning
Hensch war Polizist. Er hatte schon viel gesehen vor diesem 29. Januar 1999 in
der kosovarischen Ortschaft Rugovo, doch so etwas noch nicht. Vor allem hätte
Henning Hensch es nicht für möglich gehalten, wie dieses Ereignis Monate später
gedeutet wird. Rudolf Scharping, der damalige Verteidigungsminister, hat die
Bilder aus Rugovo benutzt. Als Beweise für ein Massaker von Serben an
unschuldigen Kosovo-Albanern. Doch für Henning Hensch beweisen die Bilder nicht
ein Massaker, sondern sie sind Aufnahmen bei einem Gefecht. Nur habe das damals
der Bundesregierung nicht gepasst.
Einige
Bilder wurden nicht gezeigt
Am 29.
Januar 1999 wurde Hensch auf einen Hof in Rugovo gerufen. Er war als Beobachter
der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) im Kosovo.
Dort gab es Positionskämpfe zwischen den Rebellen der UCK und serbischen
Einheiten. Rudolf Scharping allerdings führte die Bilder aus Rugovo drei Monate
nach dem Ereignis vor, und zwar vor allem als Beweis für ein Massaker an der
Zivilbevölkerung. Die Bilder aus Rugovo schienen zu zeigen, was die deutsche
Öffentlichkeit dringend brauchte: Sie erbrachten den Beweis dafür, dass die
Nato-Luftschläge gegen die Serben unbedingt sein müssten. Es soll auch Bilder
gegeben haben, die Rudolf Scharping nicht zeigte - zum Beispiel Fotos, auf
denen die Waffen der Albaner zu erkennen waren. Ebenfalls nicht zu sehen: die
Abzeichen der UCK, die Mitgliedsausweise dieser Organisation, die Munition. Der
Verteidigungsminister machte mit den Bildern nicht deutlich, dass es hier
offenbar ein Gefecht gegeben hatte.
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