Guttenberg
konnte Termin der Verfahrenseinstellung steuern
Quelle: Der Verdacht lag auf der Hand, jetzt scheint es Belege zu geben: Der Termin der Einstellung des Strafverfahrens gegen Ex-Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) war wohl kein Zufall. Der CSU-Mann konnte den Zeitpunkt kurz vor der Veröffentlichung seines Interview-Buchs mitbestimmen.
Der ehemalige Verteidigungsminister und Ex-Doktor der Rechtswissenschaften Karl-Theodor zu Guttenberg hatte die Möglichkeit, das Bekanntwerden der Einstellung des Strafverfahrens gegen ihn wegen seiner Plagiate zu steuern. Dies meldet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Hof, die für das Verfahren zuständig war, habe diese Guttenbergs Anwalt frühzeitig davon informiert, dass sie nach Beendigung des Plagiatsverfahrens eine Pressemitteilung veröffentlichen werde. Das Verfahren habe jedoch erst beendet werden können, nachdem Guttenberg das Bußgeld von 20.000 Euro eingezahlt habe. Auf diese Weise habe der Ex-Minister mitbestimmen können, wann die Einstellung öffentlich wird - indem er die ihm auferlegte Überweisung an die Kinderkrebshilfe auf einen ihm genehmen Zeitpunkt legte.
So ließe sich der zeitliche Zusammenhang zwischen Einstellung des Verfahrens und Veröffentlichung seines ersten Interviews nach Guttenbergs Abtauchen erklären. Die Strategie scheint insofern aufzugehen, als die möglicherweise gesteuerte PR-Unterstützung der Staatsanwaltschaft dem Interviewbuch Guttenbergs einen gehörigen Anschub verpasst hat: Große Teile der Startauflage von 80.000 Exemplaren des am Montag erscheinenden Buches seien bereits von Buchhändlern eingekauft oder von Kunden vorbestellt worden, sagte ein Verlagssprecher am Samstag.
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